
Ursprung:
Bis zum heutigen Zeitpunkt ist der genaue Ursprung des populären Pokerspiels nicht bekannt, obwohl man davon ausgeht, dass die Chinesen den Grundstein für das Kartenspiel legten. Eine Theorie besagt, dass der damalige Kaiser von China Mu-tsung am Silvesterabend des Jahres 969 nach Christus ein Spiel namens „Kartendomino“ spielte. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts gelangten die ersten Spielkarten auf den afrikanischen und europäischen Kontinent. In Persien gewann ein verbreitetes Kartenspiel mit dem Namen „As Nas“ große Popularität und bildete einen der zahlreichen Vorgänger des heutigen Poker.
Später im 15. Jahrhundert begeisterten sich ebenfalls die Spanier für das Kartenspiel und entwickelten eine eigene Spielvariante, das spanische Primero. Dieses Spiel war dem modernen Poker sehr ähnlich und wurde schon bald in ganz Europa gespielt. Die einzelnen Länder wandelten das Spiel jedoch etwas ab und entwickelten so eigene Kartenspiele. Heute gelten das deutsche Poch und das französische Poque als direkte Vorgänger des heutigen Pokerspiels, das im Laufe der Zeit entstand.
Anfänge:
Im Jahre 1829 brachten französische Siedler das Kartenspiel Poque in ihre neue Heimat, den US-amerikanischen Bundesstaat Nevada. Hier wurde das Spiel weiterentwickelt und verfeinert. Die allgemeinen Poker-Regeln entstanden 1830 und wurden noch in diesem Jahr in mehreren Büchern schriftlich festgehalten. Von da an spielte man ausschließlich mit 52 Karten und unterlag dem strengen Reglement. Bereits kurze Zeit später erkannte der Buchautor Jonathan E. Green die Gefahren, die von diesem neuartigen Gesellschaftsspiel ausgingen, und warnte in seinen Werken ausdrücklich davor. Dem Amerikaner waren die zahlreichen Betrugsmöglichkeiten des Pokerns klar und er versuchte, seine Mitmenschen vor diesem heimtückischen Glücksspiel zu bewahren. Doch seine Warnungen blieben unbeachtet und Mitte des 19. Jahrhunderts eroberte dieses Kartenspiel den gesamten nordamerikanischen Kontinent. Der Goldrausch, sowie die Möglichkeit, schnell zu Reichtum zu gelangen, sorgten für die rasante Verbreitung und enorme Beliebtheit des Spiels. Aber auch viele Betrüger sahen hierin ihre Chance und legten ihre Mitspieler massenweise aufs Kreuz. Wie schon Green voraussagte, bot dieses Kartenspiel unzählige Gelegenheiten für Betrüger und Gauner, die so ihr Glück machten. Die allgegenwärtige Goldgräberstimmung machte die Menschen leichtsinnig und ließ sie überall das ganz große Geschäft wittern. Aufgrund dessen waren diese für zwielichtige Gestalten leichte Beute und ignorierten die Gefahren des Pokerns. Der Reiz des Geldes und der enorme Nervenkitzel machten die Menschen blind und naiv. Somit löste das Pokerspiel Faro als populärstes Kartenspiel des Landes ab und begeisterte die Massen. Wiederkehrende Betrugsfälle verliehen dem Poker einen verruchtes Image und führten immer wieder zu Schwierigkeiten mit dem Gesetz. Aus diesem Grund verbot der amerikanische Bundesstatt Nevada dieses Kartenspiel 1910 und bezeichnete sämtliche pokerähnlichen Spiele als Kapitalverbrechen. Daher spielten die Anhänger des Pokersports dieses Spiel ausschließlich im Verborgenen, was dessen Ruf nicht wirklich verbesserte. Obwohl das Glücksspiel absolut untersagt war, durften einige Pokervarianten offiziell weiterhin gespielt werden, da wenige Varianten nicht den Glücksspielen, sondern den Geschicklichkeitsspielen zugeordnet wurden. Ab dem Jahre 1931 waren auch Glücksspiele in Nevada wieder erlaubt und somit mussten Pokerspiele kein Schattendasein mehr fristen. Ebenfalls in Nevada fand das erste Pokerturnier der Welt statt. In der Stadt Remo hatten Pokerbegeisterte 1969 erstmals die Möglichkeit, sich offiziell mit Gleichgesinnten zu messen. Bereits ein Jahr später inszenierte Benny Binion die bis heute erfolgreiche World Series of Poker. Seitdem lockt diese Veranstaltung jedes Jahr zahllose Poker-Freunde in die internationale Hauptstadt des Glücksspiels, Las Vegas. Noch heute ist die World Series of Poker ein echtes Großereignis und wird in den Medien übertragen, sodass sie die Menschen weltweit in ihren Bann zieht.
Gesellschaftliche Entwicklung:
Im Zuge der zunehmenden Popularität gewann der Poker-Sport an Anerkennung und wurde gesellschaftsfähig. Das strenge Regelwerk, sowie die spektakuläre Vermarktung der Turniere sorgte dafür, dass das Kartenspiel sein negatives Image nach und nach verlor. Heute bildet das Pokerspiel das beliebteste und am häufigsten gespielte Kartenspiel der Welt. Die Variante Texas Hold’em dominiert die Szene und stellt die beliebteste Pokerart dar. Große, seriöse Turniere haben dazu beigetragen, dass die Gemeinde der Poker-Freunde stetig wächst. Insbesondere der Gewinn des damaligen Amateurspielers Chris Moneymaker bei der World Series of Poker 2003 löste den noch anhaltenden Poker-Boom aus und ließ die Zahl der Anhänger in die Höhe schnellen. Nachdem bekannt wurde, dass sich Moneymaker seine Kenntnisse im Internet angeeignet hatte, erlebten Online-Pokerräume einen regelrechten Hype. Die geheime Kunst des erfolgreichen Pokerns schien plötzlich einfach und kostenlos erlernbar zu sein. Das Internet gab Interessierten die Möglichkeit, sich die Grundlagen des weit verbreiteten Kartenspiels anzueignen, ohne eine Blamage vor anderen Pokerspielern zu riskieren. Mit der Zeit hat sich natürlich auch das Pokern zu einem regelrechten Volkssport entwickelt und wird von immer mehr Menschen gespielt. Die Vielzahl der Spieler nehmen an Online-Turnieren teil und nur die wenigsten finden den Weg in die Casinos und Pokerräume. Neben dem Internet, haben diverse Fernsehübertragungen ebenfalls zum Erfolg des Pokersports beigetragen. So verfolgen Millionen Fans in der ganzen Welt die Übertragungen der bedeutenden Turniere und sorgen für unschlagbare Einschaltquoten.
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